Martas Gäste
CGAI Animationsfilm


Über das Projekt
Auftraggeber: PixelPEC / Eigenprojekt
Zielgruppe: Kinder & Jugendliche
Produktion: Hybrid CGAI
Briefing:
Mit „Marta's Gäste" entsteht in Hessen einer der ersten Kurzfilme, der generative KI in größerem Rahmen für eine Filmproduktion einsetzt – konzipiert nicht als technische Demonstration, sondern als eigenständiges künstlerisches Werk.
Regie übernahm Filmakademie Baden-Württemberg Absolvent Christian Kaufmann, dessen Abschlussfilm „Town Hall Square" weltweit auf über 100 Festivals lief.



Die Geschichte
Die 92-jährige Marta lebt allein, ihr Alltag ist von Ritualen geprägt – Tee, Radio, die berühmten selbstgebackenen Kekse.
Doch ihre Kräfte schwinden, und selbst das Rezept, das sie ihr Leben lang auswendig kannte, will nicht mehr gelingen.
Als zwei verfeindete Aliens in ihrem Garten landen und Martas zu Hause zum
intergalaktischen Schlachtfeld wird, findet Marta in dem Chaos etwas wieder, das sie verloren glaubte:
Gebraucht zu werden.

Konzept
„Marta's Gäste" erzählt vollständig ohne Dialoge – ausschließlich über visuelle Erzählkraft, Rhythmus und Musik. Diese Sprachlosigkeit schafft eine universelle Verständlichkeit über Alter und Kultur hinweg und macht den Film international auswertbar. KI wird dabei bewusst als ästhetisches Werkzeug verstanden: Sie generiert nicht das „Was" der Geschichte, sondern das „Wie" – vergleichbar mit dem Einsatz von Licht, Kamera oder Farbe in der klassischen Filmgestaltung. Der Film ist keine technische Case-Study, sondern ein erzählerisch fundiertes Werk, das zeigt, wie Mensch und Maschine gemeinsam gestalten können, ohne dass die Essenz des Filmemachens verloren geht.
Visueller Ansatz
Ziel der Bildentwicklung war ein haptischer, „handgemachter" Look mit spürbarer räumlicher Tiefe. Eine Ästhetik, die sich bewusst von glatten, generisch wirkenden KI-Bildern absetzt. Ausgangspunkt sind handgezeichnete Illustrationen von PixelPECs Illustrator:innen und Storyboarder:innen, die in enger Abstimmung mit der Regie entstehen. Diese Zeichnungen trainieren eine eigene, projektspezifische KI, die dem fertigen Bild subtile Imperfektionen und Materialität verleiht, statt makelloser Glätte. So bleibt jede visuelle Entscheidung Teil eines bewusst gestalteten, menschlich gelenkten Prozesses.
Die Figuren


Marta
Marta – Die 92-jährige Protagonistin: warmherzig, einsam, von Ritualen getragen. Ihre wachsende Gebrechlichkeit macht die Begegnung mit dem Fremden zu einer Frage von Mut statt Angst.






Zefet
Ein verletzter, hilfloser Außerirdischer, dessen Raumschiff in Martas Garten abstürzt. Sein Auftauchen zwingt Marta, ihren Instinkt zu helfen über ihre Angst vor dem Unbekannten zu stellen.






Q
Ein feindlich gesinnter Außerirdischer einer anderen Spezies, der Blufet verfolgt. Der Konflikt zwischen beiden verwandelt Martas Küche in ein Schlachtfeld – bis der Zufall für Deeskalation sorgt.






Hybride Produktionsmethode:
Scribbel, KI und Compositing
Das Beste aus allen Welten – methodisch kombiniert.
Einen „Königsweg" gibt es in dieser jungen Produktionsweise nicht: Entscheidend ist die kreative Kombination der Methoden, Shot für Shot.
Am Anfang jeder Szene stehen handgezeichnete Scribbles, aus denen Standbilder für das Animatic entstehen. Dieses Animatic liefert die fundierte Grundlage für Timing und Dramaturgie und übersetzt sich direkt in präzise Prompt-Beschreibungen, mit denen die Sequenzen anschließend als KI-Video generiert werdenkonnten.


Parallel dienen dieselben Scribbles als Ausgangspunkt für eigenständige KI-generierte Standbilder, die Look und Stimmung der Szenen definierten. Im Compositing laufen schließlich alle Ergebnisse zusammen: Aus Animatic, KI-Video und KI-Standbild wird pro Shot die jeweils stärkste Lösung kombiniert und überall dort, wo es die Bildsprache erfordert, greift die Handarbeit gezielt ein, um das Ergebnis zu präzisieren.








Warum dieser hybride CGAI Ansatz funktioniert
Reine KI-Generierung würde bei einem so leisen, emotionalen Stoff schnell beliebig wirken.
Regisseur Christian Kaufmann bringt es auf den Punkt:
„Ich sehe Technologie nicht als Selbstzweck, sondern als Partner im kreativen Prozess. KI übernimmt dabei nie die Geschichte selbst, sondern nur ihre Textur: KI generiert in diesem Kontext nicht das ‚Was', sondern das ‚Wie'." Der Film versteht sich entsprechend nicht als technische Machbarkeitsstudie, sondern als eigenständiges Werk . Diese Haltung macht „Marta's Gäste" zu einem konkreten, poetischen Beitrag zur aktuellen KI-Debatte in der Filmbranche."




