Unsere Animationen auf arte

Unsere Animationen auf arte

SAVE THE DATE: Di. 12.05.2015 ab 20:15 h auf ARTE: Zu dem tollen Dokumentarfilm „Gleiche Liebe, falsche Liebe?!? Homophobie in Europa“ haben wir Konzept, Grafik, Animation, und Sounddesign gemacht. Vielen Dank für Eure tolle Arbeit Eva und André!

Ein Blick hinter die Kulissen..

Konzeption
Anfangs sollten die Animationssequenzen nur zur Illustration dienen, im Laufe der Zusammenarbeit wurden sie aber zum narrativen roten Faden des Storytellings ausgebaut. Zu Längen und Inhalten der Animationen gab es beim Kick-Off-Meeting klare Vorgaben: Fünf in sich abgeschlossene Szenen von jeweils 40 bis 60 Sekunden Länge sollten kleine, unabhängige Geschichten sein, die gleichzeitig Statistiken und Fakten zum Thema „Homophobie“ visualisieren. Mit diesem konkreten Briefing gingen wir an die Arbeit; bereits nach zwei Wochen konnten wir ein detailliertes Konzept samt Storyboard und Look-Samples präsentieren. Hier seht Ihr unsere ersten Storyboard-Skizzen und rechts daneben ihre finalen Ausarbeitungen:

Bildschirmfoto 2015-05-04 um 19.27.05

Wir schlugenals Storytelling-Konzept einen Spannungsbogen mit sukzessiver Steigerung vor: Von alltäglichen Klischees und Diskriminierung hin zu Schikane und Mobbing bis zu körperlicher Gewalt und politischem Widerstand. Die Sequenzen haben wir länderunabhängig angelegt, damit der Regisseur sie im Schnitt an jede Stelle des Dokumentarfilms einsetzen konnte und alle Optionen hatte. Wir beließen sie dafür dramaturgisch autark, rissen Themen nur an oder schlossen sie ab. Ein homosexueller Protagonist – sympathisch, Ende 30 – zieht sich als Ich-Erzähler und roter Faden durch alle Animationssequenzen. Da es keine Dialoge zwischen ihm und anderen Animationsfiguren gibt, kam dem Sounddesign eine wichtige Rolle zu, damit die richtige Atmosphäre und Spannung der Szene entstand. Unser Sounddesigner nahm sämtliche Sounds analog im Pixelpec-Tonstudio auf, denn bei einem Projekt wie diesem, wirken Sounds aus Librarys schnell wie aus dem Kontext gerissen und dadurch komisch – dies wollten wir unbedingt vermeiden. Unser  akustisch optimiertes Tonstudio verfügt unter anderem über eine schalldichte Sprecherkabine, sodass wir hier alle benötigten Sounds erzeugen und aufnehmen konnten. Den visuellen Look legten wir in den Konzepten scherenschnittartig fest, mit visuell reduzierten Backgrounds und detailreichen Vordergrund-Charakteren. Orte und Innenräume symbolisierten wir durch verschiedene Farbflächen oder charakteristische Gegenstände wie beispielsweise einer Kreidetafel in einer Schulsituation. Durch farbige Verläufe, Schatten und Schärfeverlagerungen waren wir in der Lage, auch den 2D-Konzept-Illustrationen eine dramaturgische Tiefe zu geben, die den Blick auf das Hauptgeschehen lenkte.

Die technische Umsetzung
Die Animation geschah größtenteils in After Effects. Für komplexere Bewegungen wie dem Aufbäumen eines Pferdes oder dem Laufen von Passanten haben wir auf das Duik-Plug-in (duduf.net) zurückgegriffen, das bei realistischen Bewegungsabläufen für 2D-Grafiken tolle Ergebnisse liefert. Mit dem Plug-in lassen sich Körperteile verbinden, die vorher zum Beispiel in Photoshop als einzelne Ebenen angelegt wurden, und ermöglicht so ein 2D-Rigging. So sieht das dann in After Effects aus:

Duik_Beispiel_1

Darüber hinaus haben wir viel mit bewegten Masken gearbeitet. Die meisten Figuren schnitten wir direkt in After Effects aus den einzelnen Farbflächen und Strukturen über Masken aus. Je nach Komplexität kamen wir so auf bis zu 30 Masken–Ebenen pro Figur. Dieses Vorgehen eignet sich gut für die Animation von Augenlidern, Mündern, Haaren und auch Gesichtsausdrücken. Bei komplexeren Bewegungen kann man über bewegte Masken aber auch toll Muskelbewegungen wie beispielsweise Arm- oder Bein-Anspannungen visualisieren. Aber wie Ihr hier sehen könnt: Masken, über Masken ….

Masken_6

Ausblick:
Das Homophobie-Projekt war bereits das vierte für Pixelpec innerhalb von zwei Jahren im Auftrag eines öffentlichen Senders. Die Zusammenarbeit mit Kultursendern wie Arte, ZDF oder auch 3sat macht großen Spaß, da man hier oftmals sehr frei gestalten kann und jedes Mal in interessante Themenwelten eintaucht. Künstlerisch angelegte Projekte wie die zum Homophobie-Themenabend sind deshalb echte Highlighs und geben einen kreativen Schub, den man in weitere Projekte mitnimmt. WIR FREUEN UNS AUF MEHR !