Erklärvideo mit KI erstellen: Lohnt sich das für Ihr Unternehmen?
- Jochen

- 8. Juni
- 4 Min. Lesezeit
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KI verändert gerade die Kreativbranche massiv. Aber was bedeutet das konkret für Unternehmen, die ein Erklärvideo erstellen lassen wollen? Wird es günstiger? Schneller? Besser?
Wir integrieren seit 2023 aktiv KI-Werkzeuge in unsere Workflows. Dieser Artikel ist kein theoretischer Überblick, sondern unsere ehrliche Einschätzung aus der Praxis.

Was KI bei der Erklärvideo-Produktion leisten kann
Skript und Texterstellung
KI-Sprachmodelle können Rohskripte erstellen, Texte für ein Video-Format umschreiben und schnell Varianten einer Formulierung liefern. Das hilft – ersetzt aber nicht das konzeptionelle Denken. Was soll das Video bewirken? Was ist die eine Kernbotschaft? Das muss ein Mensch beantworten.
Unser Ansatz: KI als Schreib-Assistent, nicht als Konzepter. Wir nutzen es für Rohversionen und Varianten – die dramaturgische Entscheidung trifft die Redaktion.
Voice-over mit KI
Synthetische Stimmen haben in den letzten zwei Jahren einen Qualitätssprung gemacht. Für interne Kommunikation, internationale Versionen oder schnelle Prototypen können sie eine echte Alternative sein.
Für repräsentative Außenkommunikation – Website-Hauptfilm, Messe, Pitch – empfehlen wir nach wie vor menschliche Sprecher. Der Unterschied ist subtil, aber spürbar. Und Zuschauer registrieren ihn unbewusst.
Bildgenerierung für Storyboards
KI-Bildgeneratoren beschleunigen die Visualisierung von Konzepten. Wir nutzen sie, um schnell Styleframes zu erstellen – erste visuelle Entwürfe, die zeigen, wie ein Video aussehen könnte – noch bevor ein einziges Frame animiert wurde.
Das spart mehrere Tage in der Konzeptphase und macht Pitches schlanker.
KI-Video-Generatoren
Tools wie Runway, Kling oder Seedance können aus Text oder Bild kurze Video-Clips generieren. Das Potenzial ist real – und wächst schnell.
Was sich dabei verändert, ist weniger die Technik als die Rolle, die man einnimmt. Der Aufwand verschiebt sich vom Selbermachen zum Kuratieren. Man gibt Input, bewertet Output, verfeinert den Prompt, wählt aus, kombiniert. Das klingt einfacher als es ist: Guter Input – präzise Beschreibungen, klare Referenzen, ein Gespür für das, was funktioniert – ist die eigentliche Arbeit. Wer das nicht mitbringt, bekommt generisches Material.
Für Atmosphäre, Hintergrundsequenzen oder frühe Prototypen funktioniert das heute schon sehr gut. Für vollständige Produktionen auf professionellem Niveau braucht es weiterhin menschliche Entscheidungen an den richtigen Stellen.
Wo KI echten Mehrwert bringt
Schnellere Iteration. Statt Wochen für eine Konzeptphase liefern wir in Tagen erste visuelle Entwürfe.
Verzahnung von manueller und KI-generierter Animation. Handgefertigte Animationselemente und KI-generierte Sequenzen lassen sich zu einem nahtlosen Ganzen kombinieren – jede Technik dort, wo sie am stärksten ist.
Internationalisierung. KI-Synchronisation in mehrere Sprachen kostet einen Bruchteil klassischer Synchronproduktionen.
Mehr Varianten. Verschiedene Formulierungen, verschiedene Visualisierungen – KI ermöglicht mehr Varianten in kürzerer Zeit. Besonders nützlich für Social-Media-Ausspielung.
Wo KI heute nicht ausreicht
Konzeptionelle Tiefe. KI generiert Wahrscheinlichkeiten. Menschen stellen Fragen. Was ist die eine Aussage, die dieser Film machen soll? Das ist keine Rechenaufgabe, sondern eine Entscheidung, die immer in menschlicher Hand erfolgen muss.
Emotionale Wirkung. Die besten Erklärvideos, die wir produziert haben, haben Zuschauer wirklich bewegt. Das kommt nicht aus einem Template – das kommt aus dramaturgischem Gespür, das im Storyboarding und Schnitt durch den Menschen entsteht.
So arbeiten wir: Das Hybrid-Modell
Bei PixelPEC nutzen wir KI als Produktionsbeschleuniger – nicht als Ersatz für kreative Arbeit:
1. Konzept & Skript: Menschlich – mit KI-Unterstützung für Formulierungen und Varianten
2. Styleframes: KI-gestützte Bildgenerierung für schnelle visuelle Entwürfe
3. Animation: Klassische 2D-Animation dort, wo Qualität zählt; KI-generierte Sequenzen für atmosphärische Elemente
4. Voice-over: Menschlicher Sprecher für repräsentative Produktionen; KI-Stimme für interne Kommunikation und Prototypen
5. Sound & Finishing: Klassische Postproduktion, ergänzt durch KI-gestützte Tools für Sound Design, Noise Reduction und Mastering
Das Ergebnis ist ein Workflow, der schneller und effizienter ist – ohne Kompromisse bei der Außenwirkung.
Case Study: ServiceNow – Rebranding Motion Design mit hybridem KI-Workflow
Für ServiceNow haben wir ein umfassendes Rebranding des gesamten Motion Designs umgesetzt – konzernweit, über verschiedene Formate und Veranstaltungen hinweg. Das Briefing: eine kohärente visuelle Sprache, die von nahbaren Video-Porträts des Leadership-Teams bis zu großflächigen Live-Event-Inszenierungen funktioniert.
Der Produktionsansatz war von Anfang an hybrid. Wir haben KI gezielt eingesetzt, um die Asset-Produktion zu beschleunigen: Grafiken und Icons entstanden auf Basis eigener Skizzen durch KI-gestützte Generierung – für einen effizienten Workflow und einen visuell anspruchsvollen Look, ohne aufwändige 3D-Produktion.
Drei Formate, ein übergreifender visueller Rahmen:
„10 Minutes With…" – kurze, charakterstarke Videoporträts des globalen Leadership-Teams. Grafische Animationen rahmen Realfilmaufnahmen. Das Format bricht bewusst mit klassischer Corporate-Inszenierung: menschlich nah, unterhaltsam, wiedererkennbar.

„We Are ServiceNow" – eine internationale Videoserie, in der sich lokale Teams vorstellen. Jede Episode folgt einem gescripteten Drehbuch und wird durch animierte Sequenzen, VFX und durchgehende Titeldesigns veredelt.

„SNL – Stage & Screen Identity" – ein CI-Frame für großflächige LED-Wände bei Live-Events, formal an Late-Night-Show-Inszenierungen angelehnt. Bühnentauglich, CI-konform, dynamisch.

Was das Projekt ausgemacht hat: ein gut vorbereitetes Animatic ermöglichte den parallelen Start der Animationsproduktion noch vor den Filmdrehs. Generative KI-Tools in Kombination mit menschlicher Kuratierung haben Qualität und Markenkonsistenz gesichert. Das Ergebnis ist ein Workflow, der Tempo und Qualität nicht gegeneinander ausspielt.
FAQ: Erklärvideo mit KI erstellen
Kann ich ein Erklärvideo selbst mit KI erstellen?
Ja – mit Tools wie HeyGen, Synthesia oder Canva AI geht das ohne Agentur. Für interne Kommunikation oder schnelle Demos kann das sinnvoll sein. Für professionelle Außenkommunikation ist die Qualitätsgrenze dieser Tools noch spürbar.
Ist ein KI-Erklärvideo günstiger als eine klassische Produktion?
Nicht automatisch. KI beschleunigt bestimmte Schritte, aber Animation, Qualitätssicherung und konzeptionelle Arbeit kosten weiterhin Zeit und Expertise. Der Unterschied liegt eher bei 20–40 % weniger Kosten bzw. Aufwand, nicht bei 80 %.
Merken Zuschauer, dass ein Video KI-generiert ist?
Bei gut gemachten Hybrid-Produktionen: nein. Bei rein KI-generierten Videos mit heutigen Tools: ja – durch inkonsistente Charaktere, unnatürliche Bewegungen oder generische Ästhetik.
Wie ist das mit Urheberrecht bei KI-Content?
Eine wichtige Frage, die rechtlich noch nicht vollständig geklärt ist. Wir nutzen ausschließlich Tools, bei denen Nutzungsrechte für kommerzielle Zwecke klar geregelt sind, und dokumentieren den Produktionsprozess transparent.
Unser Fazit
KI macht Erklärvideo-Produktion schneller, variantenreicher und in bestimmten Bereichen günstiger. Sie ersetzt nicht, was gutes Storytelling, Dramaturgie und professionelle Animation leisten.
Arbeiten Sie mit einer Produktion zusammen, die beides beherrscht – und Ihnen ehrlich sagt, wo KI hilft und wo nicht. Uns 😊










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